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Blutegel Therapie bei Arthrose

 

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Gestern war Tierheilpraktikerin Manja Benedict bei mir zu Besuch, um Paul Blutegel anzusetzen.

Auch wenn mir aus schulmedizinischer Sicht gesagt wurde, dass es keinen Sinn macht die Arthrose zu behandeln, versuche ich es dennoch mit alternativen Heilmethoden – dieses Pferd hat soviel Lebenswillen und Energie, dass ich ihn soweit es möglich ist unterstützen möchte.

Sowohl die Kräuter als auch die orale Gabe eines hochkonzentrierten Hyaluronpräparates helfen ihm sehr gut, ebenso wie die Entscheidung ihn weiter in der Herde laufen zu lassen, damit er ausreichend Bewegung erhält.

Dennoch hatten die kalten Tage und insbesondere der harte gefrorene Boden ihm ordentlich zu schaffen gemacht. Damit er gut durch die kalte und nasse Jahreszeit kommt, wollte ich ihm nun die Blutegelbehandlung “gönnen”.

Danke Manja für deine Geduld (und deine tolle Beratung) mit meinem doch recht zappeligen Paul, der auf Grund seiner Narben jede Berührung an den Beinen besonders unbehaglich empfindet. Es war für mich ganz spannend zu sehen wie diese kleinen Tierchen ihren Job machen und wie Paul dann doch gut 1,5 Stunden (fast) ganz still stand.

Nächste Woche gibt es einen Folgetermin auf den ich mich schon freue. Ich bin sehr gespannt, ob und was sich verändern wird. Gestern war Paul nach der Behandlung auf jeden Fall tiefen entspannt und er fühlte sich sehr locker und gelöst an als ich ihn zurück auf die Koppel gebracht habe.

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Don´t worry, be happy!

Das tägliche Spiel von Paul und Keltico ist schon fast ein Ritual geworden. Ich freue mich darüber um so mehr, da ich vergangene Woche für Paul leider eine unschöne Röntgendiagnose erhalten habe.

Krongelenksarthrose auf beiden Beinen und Schale rechtsseitig. Für ein gerade vierjähriges Pferde kein schöner Befund. Paul hat an beiden Beinen unterhalb der Fesselgelenke deutliche Narben, ob diese von Fesselungen oder von einem Unfall mit einem Zaun herkommen, lässt sich nicht sagen. Die Verletzung, die dem vorangegangen ist, ist aber wahrscheinlich der Auslöser für den Befund. Was genau war, werde ich aber vermutlich nie genau herausbekommen.

Paul bekommt nun gesunde Kräuter (Brennnessel, Ingwer, Hagebutten, Jiaogulan)PaulPau, Schüsslersalze und ein hochkonzentriertes Mittel aus Glucosaminen, Hyaluronsäure und Chondroitin. Zusätzlich äußerlich eine Einreibung mit einer Salbe aus Beinwell, Johanniskraut- und Ingweröl sowie Angelikawurzel. Und meine Huforthpädin tut außerdem ihr Bestes, damit auch die Hufe wieder normal aussehen und entsprechend des Befundes bearbeitet werden.

Ich hoffe, dass Paul so lange lahmfrei bleibt wie möglich. Er darf sich weiter auf seiner Koppel 24 h frei bewegen. Und ich gehe mit ihm hauptsächlich gerade aus, versuche Wendungen zu vermeiden und werde mir nun einige “Kopfaufgaben” einfallen lassen, damit er dennoch eine Aufgabe hat und etwas lernt.

Heute haben wir schon mal Teppich ausrollen, Gymnastikball verfolgen und unter einem Regenschirm spazieren gehen in der Halle geübt.

Paul darf so lange “bleiben” wie es ihm gut geht. Und jeder Tag ist ein Geschenk, denn keiner weiß und kann mir sagen, ob er Wochen, Monate oder noch Jahre hat. Ich werde auf alle Fälle versuchen ihm so viel Zeit wie möglich zu schenken und mit viel Glück lässt sich der Zustand zumindest stabilisieren.

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Gefühl über Verstand

Seit Juni 2016 lebt Paul nun bei mir.

Bei keinem Pferd hab ich so schnell “Ja” gesagt. Der erste Blick und mir war klar, dieses Pferd muss bleiben.

Paul kommt aus Portugal, war dann wohl in Spanien, danach bei einem großen Händler für Barockpferde in Deutschland, dann bei neuen Besitzern. Von dort aus landetet er bei einem Händler, der hier bei uns ums Eck auf einem Pferdemarkt Paul mit hatte und ich ihn einfach nicht wieder fahren lassen konnte. Eine ziemlich lange Reise insgesamt für ein gerade 4-jähriges Pferd.

Angeblich reitbar in allen Gangarten in der Halle und im Gelände, bekommt Paul allerdings jetzt vor allem eins – viel Zeit. Denn gerade Dinge, die er bereits kennt und anscheinend mit nichts positiven verknüpft, quittiert er mit viel Unwohlsein und Unwillen. Da ich nicht viel über seine Vorgeschichte weiß, fange ich einfach ganz von vorne an. Und das heißt jetzt erstmal lernen beim putzen still zu stehen, sich überall anfassen zu lassen (am Anfang war auch das sehr schwierig), Hufe geben, sich von beiden Seiten führen zu lassen, spazieren zu gehen usw.

Ich bin gespannt wie sich Paul entwickeln wird. Er ist auf jeden Fall ein Pferd mit einem starken Charakter, der dabei gerne lernt und sich mittlerweile auch ganz gut in die Herde eingefunden hat.