Schlagwort-Archiv: Jungpferdeausbildung

12116626_759848637454166_1762607024_o-1

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

JEDEM ANFANG WOHNT EIN ZAUBER INNE. (Hermann Hesse)

So lässt es sich nicht nur wunderbar ins neue Jahr starten – dieses Gefühl ist auch stets gegenwärtig, wenn die Zeit gekommen ist, dass man als Reiter auf dem Rücken seines jungen Pferdes Platz nehmen darf.

Meinen PRE Wallach Storch hatte ich im Frühjahr beigebracht an der Aufsteigehilfe zu stehen, Sattel-und Zaumzeug zu tragen und wir haben auch das Aufsteigen geübt.

Den Sommer über hatte er “Pause”. Wir haben andere Dinge geübt und gefestigt und gemeinsam entdeckt wie viel Freude es macht frei zu arbeiten. Zudem hat Storch über den Sommer einen ordentlichen Entwicklungsschub gemacht, so dass er nun wirklich Form bekommen hat und tatsächlich “Pferd” wird mit knapp 6 Jahren und auch mental gereift ist, so dass die Entscheidung ihm die Zeit zu geben, die er gebraucht hat (und braucht) genau richtig war.

Nun fand ich, dass es eine gute Zeit ist, um mit dem Anreiten weiter zu machen:

Das parken am Hocker und das Aufsteigen hatte Storch natürlich nicht vergessen. Schwierig hingegen ist es für Storch im Schritt loszulaufen und dabei weder einen Kreis zu gehen noch rückwärts zu starten (obwohl wir das vom Boden gut geübt hatten mit den enstprechenden Stimmkommandos und mir auf “Reiterposition” am Boden).

Von daher gab es die ersten paar Mal Starthilfe: einem Menschen hinterherzugehen (wie auf dem Video zu sehen ist) machte die Sache für Storch (und mich) sehr viel einfacher. Heute nachmittag ging es dann schon ganz ohne fremde Hilfe viel besser.

Und auch das Lenken (wie man auf dem Video auch hört) klappt in der großen Reithalle natürlich nur bedingt, macht aber von mal zu mal ebenfalls Fortschritte.

Natürlich ist gerade am Anfang alles gar nicht so perfekt, aber jeder Anfang mit einem Jungpferd ist immer eine recht wackelige Angelegenheit – und auch für mich immer wieder eine spannende Herausforderung, da einfach jedes Pferd anders ist und dennoch bestimmte “Abläufe” gleich sind.

Und jedes Mal freue ich mich so sehr wie bemüht und lerneifrig mein “Storchenkind” ist, der einfach so aufblüht, wenn er gelobt und motiviert wird. Dabei ist er mittlerweile so mutig und unerschrocken geworden, dass ich sicher bin, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ich gespannt bin wie es weitergeht.

20160927-144024-dsc04616

Paul, die Zeit & ich

Ein wahrer Glücksmoment: Paul und ich im Garten auf Grynmølle!

20160927-144107-dsc04624

Momentan geht alles langsamer. Das Virus lässt mich immer noch nicht ganz los (das sind nun schon ganze 4 Wochen). Somit muss ich gerade lernen, dass alles nicht seinen Lauf geht wie sonst. Ich brauche viele Pausen, muss mehr auf mich achten, damit meine Energie den ganzen Tag reicht. An ein normales Arbeitspensum ist nicht zu denken.

Meine Pferde haben viel frei gehabt die letzten Wochen. Nun schaffe ich mittlerweile wieder den Weg auf die Koppel und kann kleine Dinge gemeinsam mit ihnen tun. Oft ist es nur „Wellness“ Programm, eine Mini-Mini-Runde bis zum Waldrand oder eben in den Garten vor ein paar Tagen. Und mein Paul ist ein großartiger Lehrmeister, was das Thema Zeit anbelangt, was er mir heute bewiesen hat:

Seit seiner Ankunft habe ich ihn oft einfach nur geholt, geputzt und bin spazieren gegangen, nachdem ich gemerkt habe wie sehr es ihn stresst in der Halle oder auf dem Platz zu „arbeiten“, selbst wenn ich nur kleine Dinge wollte. Ganz schnell hat er auf Angriff geschaltet, scharrte viel, legte Ohren an und zeigte mir mit seiner Körperhaltung wie sehr er nicht mitarbeiten möchte. Ich bin sehr froh, dass ich keinen Druck aufgebaut habe, sondern mich entschieden habe Paul die Zeit zu geben, die er braucht.

Und heute….

Konnte ich in der Halle auf einmal kleine Dinge „erfragen“ und bekam gute „Antworten“: neben mir und um mich herumlaufe, willig mit der Hinterhand zu mir kommen und ein paar erste Schritte in Richtung Schulterherein – alles ohne Ohren anlegen, drängeln, steigen.

Es ist so schön zu sehen, wie Zeit helfen kann, dass Pferde mit einer Vergangenheit wieder Vertrauen aufbauen können, indem man einfach nochmal von vorne anfängt.

Ich glaube wir sind gemeinsam auf einem guten Weg!

img_0577

20160821_101920

Gorm macht einfach immer Spaß

20160821_101839

Nun ist es soweit, dass ich mich mit Gorm genug “zusammengetüddelt” habe und ich schon mehrfach auch kleine Runden in der Halle geritten bin. Katja ist ihn ja ebenfalls schon geritten im Schritt und einige Male im Trab, allerdings habe ich erstmal die letzten Monate viel am Boden gemacht. Aber jetzt kommt immer öfter der Fellsattel drauf. Auf Sidepull gezäumt üben wir losreiten (und vor allem im Schritt bleiben und nicht ständig anhalten zu wollen), anhalten, rückwärts, lenken sowie erste Schritte in Richtung Schulterherein.

20160821_101905

Damit es nicht zu langweilig wird, stehen in der Halle dann meist Fässer, Pylonen und Stange, um die ich mit Gorm gut herumreiten kann und wir eine Orientierung haben.

Ich freue ich mich jedes mal riesig über seine Fortschritte. Wie schnell und gerne er lernt! “Nebenbei“ gibt es natürlich “Bodenschule” sowohl am Knotenhalfter als auch für gymnastizierende Arbeit am Kappzaum und natürlich frei. Sobald es endlich wieder Bremsenfrei ist bei uns, freue ich mich dann schon auf Spaziergänge im Wald bzw., die ersten Ausritte, wenn wir dann so weit sind. Vorher gibt es aber bestimmt ein paar Touren als Handpferd gemeinsam mit Sox.

20160821_101907

13442706_1216503295027489_191871123072323147_o

Gefühl über Verstand

Seit Juni 2016 lebt Paul nun bei mir.

Bei keinem Pferd hab ich so schnell “Ja” gesagt. Der erste Blick und mir war klar, dieses Pferd muss bleiben.

Paul kommt aus Portugal, war dann wohl in Spanien, danach bei einem großen Händler für Barockpferde in Deutschland, dann bei neuen Besitzern. Von dort aus landetet er bei einem Händler, der hier bei uns ums Eck auf einem Pferdemarkt Paul mit hatte und ich ihn einfach nicht wieder fahren lassen konnte. Eine ziemlich lange Reise insgesamt für ein gerade 4-jähriges Pferd.

Angeblich reitbar in allen Gangarten in der Halle und im Gelände, bekommt Paul allerdings jetzt vor allem eins – viel Zeit. Denn gerade Dinge, die er bereits kennt und anscheinend mit nichts positiven verknüpft, quittiert er mit viel Unwohlsein und Unwillen. Da ich nicht viel über seine Vorgeschichte weiß, fange ich einfach ganz von vorne an. Und das heißt jetzt erstmal lernen beim putzen still zu stehen, sich überall anfassen zu lassen (am Anfang war auch das sehr schwierig), Hufe geben, sich von beiden Seiten führen zu lassen, spazieren zu gehen usw.

Ich bin gespannt wie sich Paul entwickeln wird. Er ist auf jeden Fall ein Pferd mit einem starken Charakter, der dabei gerne lernt und sich mittlerweile auch ganz gut in die Herde eingefunden hat.

DSC01557

Gorm im Grünen

Es gibt neue Fotos von Gorm und einen Ausbildungs-Zwischenbericht! Ganz spontan entstanden gab es im kleinen Wäldchen zwischen Haus und Hof ein kleines Fotoshooting.

Lieber wäre bei den Stuten geblieben, die seit dem letzten Umzug der Pferde innerhalb Grynmølle jetzt auf seiner Nachbarkoppel leben, aber trotzdem hat der kleine Aegidienberger sich sehr bemüht brav zu sein.

Momentan üben wir weiterhin viel am Boden für Gelassenheit und Zuhören! Und gehen spazieren in der Bommerlund Plantage. Dafür führe ich Gorm momentan viel von rechts, da es ihm deutlich schwer fällt so entspannt neben mir zu laufen, er viel schreckhafter ist, wenn sein linkes Auge “frei” ist. Aber bei jedem Mal wird er gelassener und ich saß nun auch bereits einige Male auf ihm drauf. Wir sind auch schon ein paar Schritte in der Halle gegangen.  Das Anhalten klappt super, mit dem Lenken hat er noch Probleme. So, dass ich das auch immer wieder vom Boden aus übe, in dem ich neben ihm laufe (in der Höhe der Sattellage) und ich ihn quasi vom Boden aus “reite”.  Mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen.

Jungpferdetraining

Storch: Auf dem Weg vom Jungpferd zum Reitpferd

Das “Storchenkind” auf dem Weg zum Reitpferd.

Nach dem das Ranholen an die Aufsteigehilfe zuverlässig klappt, Storch geduldig das ruhig Stehen brav meistert, ist es nun Zeit ihn ans Aufsteigen selber zu gewöhnen (und dabei weiter still zu stehen bis er das Kommando zum losgehen bekommt) und natürlich das da jetzt ein Mensch oben drauf sitzt. Momentan bekommt er noch “Futterhilfe” als Unterstützung.

IMG-20160509-WA0003~2

Der nächste Schritt ist dann das losgehen… Ich bin schon sehr gespannt wie es damit weitergeht.  Auf alle Fälle ein tolles Gefühl auf ihm zu sitzen!