Kategorie-Archiv: Glückspferde

Pferd Spaziergang

Muss ich immer Reiten?

Ich bin ja ein leidenschaftlicher Spaziergänger, muss ich gestehen. Mit einem meiner Pferde natürlich.

Spaziergang Pferd

Gerade jetzt in der kalten, dunklen Jahreszeit fällt es mir oft leichter einfach ein Halfter anzulegen und loszumarschieren Richtung Wald statt ein Pferd zu satteln. Dort draußen kann ich so viele tolle Sachen üben mit dem Pferd, die immer wieder in der Halle am gleichen Ort nur halb so spannend wären. Und auch jegliche sonstige Form von Bodenarbeit bereitet mir (ganzjährig) und meinen Pferden hoffentlich auch, immer sehr viel Freude. Die Kommunikation und das Zusammensein von “unten” erscheint mir so oft intensiver und wertvoller als von “oben”, obwohl ich natürlich wahnsinnig gerne reite.

Und über die Jahre habe ich erkannt, dass dies einfach mein persönlicher Weg mit den Pferden ist und ich kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich eben nicht 5 mal in der Woche reite wie andere Pferdebesitzer das vielleicht tun.

Alle meine Pferde könnte ich natürlich jeden Tag reiten. Aber tatsächlich schaut jeder Tag anders aus. Einen Tag reiten, den nächsten spazieren, dann Freiarbeit, gefolgt von Arbeit am Kappzaum, ausreiten, Handpferd sein usw. und natürlich haben die Pferde auch alle frei.

Und jetzt im Spätherbst nutze ich jeden Moment mit halbwegs gutem Wetter natürlich für meine geliebten Spaziergänge im Wald.

20160927-144107-dsc04624

Wo ist dein Fokus?

WO IST DEIN FOKUS?

Seitdem ich diesen Schnappschuss vor ein paar Tagen eingefangen habe, lässt mich das Thema Fokus beim täglichen Umgang mit dem Pferd und beim Training, sei es vom Boden oder vom Sattel aus, nicht mehr so richtig los.

Fokus Pferd

Pferde sind einfach stets im Hier und Jetzt und einfach DA. In diesem einen Moment.

Aber wie oft nehmen wir unsere Alltagssorgen mit zum Pferd, Gedanken an nicht erledigte To-do´s, den kleinen oder großen Ärger vom Tag und vielleicht auch schlechte Laune und negative Energie.

Nur wenn wir uns selber gut reflektieren, alles negative zur Seite legen und ganz bewusst Zeit mit unserem Freund Pferd positiv mit der richtigen Einstellung, dem richtigen Fokus, verbringen wollen, kann diese wirklich wertvoll sein.

Sich zu erinnern, dass die gemeinsame Zeit Freude bereiten soll, finde ich enorm wichtig. Ein Gefühl von „Ich muss heute noch was mit meinem Pferd machen“, impliziert ja schon an sich „Arbeit“ statt Spaß am gemeinsamen Lernen und Zusammensein.

Wer legt uns diese Verpflichtung auf heute noch zu reiten, etwas bestimmtes zu “müssen” mit unserem Pferd? Niemand. Das sind wir immer nur selber.

An Tagen, wo ich „drüber“ bin, mich gestresst oder zu angespannt fühle, versuche ich bewusst in mich hinein zu spüren, was jetzt gerade gut wäre und wie ich meinen positiven Fokus beim Pferd halten kann.

Und so kann es passieren, dass ich zwar wahnsinnig gerne reiten würde, ich aber weiß, dass ich viel zu emotional „geladen“ bin mit Alltagsdingen und ich besser nur spazieren gehe, um abzuschalten oder mit meinem Pferd spiele, wir zusammen Zeit verbringe mit Dingen, die mir und dem Pferd Spaß machen oder ich einfach „nur“ da bin auf der Wiese, „nur“ putze oder „nur“ Streicheleinheiten verteile.

Denn in diesen Moment vergehen dann die kleinen Alltagsprobleme und du kannst dein Pferd wirklich wahrnehmen und sehen – du hast deinen Fokus wiedergefunden.

Wichtig für den richtigen Fokus ist meiner Meinung nach auch, dass ich Zeit und Ruhe beim Putzen habe. Wie oft sehen, spüren und hören wir gar nicht hin, weil wir in der Stallgasse mit anderen Pferdebesitzern reden, mal noch schnell Nachrichten checken oder Anrufe entgegen nehmen. Und das gilt ja auch für die Zeit in der Halle oder draußen. In dem Moment, wo ich bei und mit meinem Pferd sein will, möchte ich den Fokus genau dort haben. Bei meinem Pferd und nirgendwo anders. Ich finde es ist immer gut sich zu überlegen wie es denn im normalen Leben wäre? Würdest du dich, wenn du dich gerade mit deiner Freundin oder deinem Freund triffst, parallel dazu telefonieren oder dich mit „Fremden“ unterhalten? Wohl eher nicht.

Bei meinen therapeutischen Behandlungen bitte ich daher zum Beispiel auch immer um eine ruhige Atmosphäre. Damit in dieser Zeit der Fokus wirklich am Pferd ist.

So wie es uns die Pferde selber vormachen. Sein im hier und jetzt für genau diesen Moment. Denn nur dann ist es wirklich, ehrlich und richtig schön.

IMG_2764

Pferdeumzug nach Lykkehestegaard

Heute ging es für Sox, Storch, Gorm und Paul in ihr neues zu Hause, knapp 200 m von Grynmølle entfernt und natürlich fanden sie es super aufregend.

Ungefähr 3 ha Land habe ich gepachtet, die letzten Wochen eingezäunt, mir vorher überlegt wie ich möglichst weite Wege schaffe und was ich an Material brauche. Fress- und Schlafplatz/Unterstand sind räumlich getrennt, die Wasserstelle und Fressplatz ebenfalls relativ weit auseinander, die Sommerstücke hoffentlich sinnvoll abgesteckt.

Aus Mangel an natürlichem Baumbestand auf der Koppel selbst gibt es zudem einen Kratzpfosten, der noch Bürsten bekommt. Und es gibt eine “Schleuse”, um ein Pferd separieren zu können zum Beispiel für Extra Futtergaben und um zu vermeiden, dass mir aus Versehen eins entwischt beim Rausholen. Eine Kräuter- und Mineralstoffecke ist auch in Planung. Für mich ist das alles sehr aufregend und spannend, da ich viele Jahre immer anderen mitgeholfen habe bei Zaunbau, Weideplanung usw. Wenn man dann alles selber entscheiden darf für sich und die Pferde, fühlt es sich auf einmal ganz anders an. Auf jeden Fall bin ich gespannt wie meine vier Jungs sich einleben werden, was der Sommer bringt, ob das Gras reicht und wie der nächste Winter werden wird.

dsc02416

Knabberspaß – Bäume & Sträucher fürs Pferd

KNABBERSPASS!!

Nachdem meine vier Jungs derzeit keinen natürlichen Zugang zu Bäumen und Sträuchern haben, gab es heute nachmittag eine kleine Ergänzung zum “normalen” Speiseplan.

Von den “Südländern” zunächst skeptisch beäugt, waren sich Sox und Gorm sofort einig, dass meine mitgebrachten Zweige lecker sind und man sich damit auch hervorragend beschäftigen kann. Storch kam später auch noch auf den Geschmack, Paul fand das Ganze eher seltsam und nicht essenswert und war eher an mir und meinem Handy interessiert. 

Heute gab es Eiche & Weide (und nein, Eichenzweige sind nicht giftig, obwohl sich dieser Mythos immer noch hält). Aber auch Schwarzerle, Pappel, Weißdorn, Esche, Hunds- oder Heckenrose können u.a. gut verfüttert werden.

Gerade beim Ausreiten oder Spazieren gehen mit den Pferden bemerke ich oft wie sie sich je nach Jahreszeit ganz gezielt verschiedene Bäume oder Sträucher aussuchen. Deshalb finde ich es wichtig den Pferden diese “Knabbereien” anzubieten, wenn sie keinen freien Zugang dazu haben.

Wer sich dafür interessiert, welches “Knabberholz” dafür in Frage kommt, der kann sich unter den folgenden zwei Links ein wenig schlau machen.

https://www.atm.de/…/pferdeweide-baeume-und-straeucher-fuer…

http://www.artgerecht-tier.de/…/wildpferde-als-futterberate…

15974864_1623634294606206_3393066416026582012_o

Zeitreise mit einem Aegidienberger

Nach dem das “Görmchen” schon über ein Jahr auf Grynmølle lebt, habe ich nun endlich Kontakt zu seiner Züchterin aufnehmen können.

Und so freue ich mich sehr, dass ich endlich Fotos habe von seiner Geburt an bis zu dem Zeitpunkt, wo Aegidienberger Teofilo vom Limbach (so sein richtiger Name) seine Reise nach Dänemark angetreten hat. Danke Brigitte Feige für die vielen Fotos von denen ich hier eine kleine Auswahl zeige.

Wer sich für Gangpferde interessiert, der kann auf der Internetseite von Brigitte vorbeischauen unter http://www.gangpferdezucht.com

 

Für mich sind die Bilder etwas ganz besonderes, auch wenn es für die Gegenwart eigentlich gar keine Rolle spielt. Dennoch, nun zu wissen und zu sehen wie mein “Görmchen” aufgewachsen ist, vervollständigt auf besondere Art und Weise mein Gefühl für dieses tolle Pferd. Es ist, als ob ich ihn nun “ganz sehen” und verstehen kann.

Und ich finde auch als Fohlen und Jungpferd war er schon sehr bezaubernd!

Vielleicht kann er ja nun auch seinen alten Namen zurückbekommen. Denn auf den Fotos ist Gorm ganz Teo, finde ich!

12116626_759848637454166_1762607024_o-1

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

JEDEM ANFANG WOHNT EIN ZAUBER INNE. (Hermann Hesse)

So lässt es sich nicht nur wunderbar ins neue Jahr starten – dieses Gefühl ist auch stets gegenwärtig, wenn die Zeit gekommen ist, dass man als Reiter auf dem Rücken seines jungen Pferdes Platz nehmen darf.

Meinen PRE Wallach Storch hatte ich im Frühjahr beigebracht an der Aufsteigehilfe zu stehen, Sattel-und Zaumzeug zu tragen und wir haben auch das Aufsteigen geübt.

Den Sommer über hatte er “Pause”. Wir haben andere Dinge geübt und gefestigt und gemeinsam entdeckt wie viel Freude es macht frei zu arbeiten. Zudem hat Storch über den Sommer einen ordentlichen Entwicklungsschub gemacht, so dass er nun wirklich Form bekommen hat und tatsächlich “Pferd” wird mit knapp 6 Jahren und auch mental gereift ist, so dass die Entscheidung ihm die Zeit zu geben, die er gebraucht hat (und braucht) genau richtig war.

Nun fand ich, dass es eine gute Zeit ist, um mit dem Anreiten weiter zu machen:

Das parken am Hocker und das Aufsteigen hatte Storch natürlich nicht vergessen. Schwierig hingegen ist es für Storch im Schritt loszulaufen und dabei weder einen Kreis zu gehen noch rückwärts zu starten (obwohl wir das vom Boden gut geübt hatten mit den enstprechenden Stimmkommandos und mir auf “Reiterposition” am Boden).

Von daher gab es die ersten paar Mal Starthilfe: einem Menschen hinterherzugehen (wie auf dem Video zu sehen ist) machte die Sache für Storch (und mich) sehr viel einfacher. Heute nachmittag ging es dann schon ganz ohne fremde Hilfe viel besser.

Und auch das Lenken (wie man auf dem Video auch hört) klappt in der großen Reithalle natürlich nur bedingt, macht aber von mal zu mal ebenfalls Fortschritte.

Natürlich ist gerade am Anfang alles gar nicht so perfekt, aber jeder Anfang mit einem Jungpferd ist immer eine recht wackelige Angelegenheit – und auch für mich immer wieder eine spannende Herausforderung, da einfach jedes Pferd anders ist und dennoch bestimmte “Abläufe” gleich sind.

Und jedes Mal freue ich mich so sehr wie bemüht und lerneifrig mein “Storchenkind” ist, der einfach so aufblüht, wenn er gelobt und motiviert wird. Dabei ist er mittlerweile so mutig und unerschrocken geworden, dass ich sicher bin, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ich gespannt bin wie es weitergeht.

img_0851

Don´t worry, be happy!

Das tägliche Spiel von Paul und Keltico ist schon fast ein Ritual geworden. Ich freue mich darüber um so mehr, da ich vergangene Woche für Paul leider eine unschöne Röntgendiagnose erhalten habe.

Krongelenksarthrose auf beiden Beinen und Schale rechtsseitig. Für ein gerade vierjähriges Pferde kein schöner Befund. Paul hat an beiden Beinen unterhalb der Fesselgelenke deutliche Narben, ob diese von Fesselungen oder von einem Unfall mit einem Zaun herkommen, lässt sich nicht sagen. Die Verletzung, die dem vorangegangen ist, ist aber wahrscheinlich der Auslöser für den Befund. Was genau war, werde ich aber vermutlich nie genau herausbekommen.

Paul bekommt nun gesunde Kräuter (Brennnessel, Ingwer, Hagebutten, Jiaogulan)PaulPau, Schüsslersalze und ein hochkonzentriertes Mittel aus Glucosaminen, Hyaluronsäure und Chondroitin. Zusätzlich äußerlich eine Einreibung mit einer Salbe aus Beinwell, Johanniskraut- und Ingweröl sowie Angelikawurzel. Und meine Huforthpädin tut außerdem ihr Bestes, damit auch die Hufe wieder normal aussehen und entsprechend des Befundes bearbeitet werden.

Ich hoffe, dass Paul so lange lahmfrei bleibt wie möglich. Er darf sich weiter auf seiner Koppel 24 h frei bewegen. Und ich gehe mit ihm hauptsächlich gerade aus, versuche Wendungen zu vermeiden und werde mir nun einige “Kopfaufgaben” einfallen lassen, damit er dennoch eine Aufgabe hat und etwas lernt.

Heute haben wir schon mal Teppich ausrollen, Gymnastikball verfolgen und unter einem Regenschirm spazieren gehen in der Halle geübt.

Paul darf so lange “bleiben” wie es ihm gut geht. Und jeder Tag ist ein Geschenk, denn keiner weiß und kann mir sagen, ob er Wochen, Monate oder noch Jahre hat. Ich werde auf alle Fälle versuchen ihm so viel Zeit wie möglich zu schenken und mit viel Glück lässt sich der Zustand zumindest stabilisieren.

dsc02416

Sox und Gorm: Was beide voneinander lernen können

14695589_10209549045116704_2377581531535469623_n

Sox und Gorm heute Nachmittag bei der gemeinsamen Fellpflege. Dabei ist deren Verhältnis eher ambivalent.

Als Gorm neu in die Herde kam vor knapp einem Jahr, musste Sox seinen Platz als Herdenchef räumen. Und hat seitdem stets sehr viel Respekt vor Gorm, hält lieber Abstand, überreagiert zum Teil.

Gorm hingegen ist zwar Chef der 5er Herde, aber außerhalb davon, sobald er die Koppel verlässt ein kleiner Angsthase. Insbesondere, wenn ich darauf bestehe nicht vorneweg zu laufen, sondern er sich das schön selber anschauen soll.

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal mit beiden gleichzeitig gearbeitet und zwar ganz bewusst. Sox soll lernen, dass Gorm zwar Chef ist, er aber sehr wohl (zumindest in meiner Anwesenheit ) neben im stehen kann und man gemeinsam Seite an Seite Runden um den Reitplatz drehen kann. Immerhin möchte ich Gorm gerne bald als Handpferd mit ins Gelände nehmen.

Und Gorm soll sich im Gegenzug mehr im Gelände entspannen können, mutiger werden mit Hilfe von Sox, den nicht wirklich was erschreckt.

Dazu dürfen die beiden Jungs jetzt erstmal zusammen spazieren gehen. Und haben das beim ersten Mal vor ein paar Tagen auch sehr gut gemacht miteinander.
 
Heute nachmittag habe ich mich dann sehr gefreut, die beiden so gemeinsam zu sehen.
20160927-144024-dsc04616

Paul, die Zeit & ich

Ein wahrer Glücksmoment: Paul und ich im Garten auf Grynmølle!

20160927-144107-dsc04624

Momentan geht alles langsamer. Das Virus lässt mich immer noch nicht ganz los (das sind nun schon ganze 4 Wochen). Somit muss ich gerade lernen, dass alles nicht seinen Lauf geht wie sonst. Ich brauche viele Pausen, muss mehr auf mich achten, damit meine Energie den ganzen Tag reicht. An ein normales Arbeitspensum ist nicht zu denken.

Meine Pferde haben viel frei gehabt die letzten Wochen. Nun schaffe ich mittlerweile wieder den Weg auf die Koppel und kann kleine Dinge gemeinsam mit ihnen tun. Oft ist es nur „Wellness“ Programm, eine Mini-Mini-Runde bis zum Waldrand oder eben in den Garten vor ein paar Tagen. Und mein Paul ist ein großartiger Lehrmeister, was das Thema Zeit anbelangt, was er mir heute bewiesen hat:

Seit seiner Ankunft habe ich ihn oft einfach nur geholt, geputzt und bin spazieren gegangen, nachdem ich gemerkt habe wie sehr es ihn stresst in der Halle oder auf dem Platz zu „arbeiten“, selbst wenn ich nur kleine Dinge wollte. Ganz schnell hat er auf Angriff geschaltet, scharrte viel, legte Ohren an und zeigte mir mit seiner Körperhaltung wie sehr er nicht mitarbeiten möchte. Ich bin sehr froh, dass ich keinen Druck aufgebaut habe, sondern mich entschieden habe Paul die Zeit zu geben, die er braucht.

Und heute….

Konnte ich in der Halle auf einmal kleine Dinge „erfragen“ und bekam gute „Antworten“: neben mir und um mich herumlaufe, willig mit der Hinterhand zu mir kommen und ein paar erste Schritte in Richtung Schulterherein – alles ohne Ohren anlegen, drängeln, steigen.

Es ist so schön zu sehen, wie Zeit helfen kann, dass Pferde mit einer Vergangenheit wieder Vertrauen aufbauen können, indem man einfach nochmal von vorne anfängt.

Ich glaube wir sind gemeinsam auf einem guten Weg!

img_0577