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Don´t worry, be happy!

Das tägliche Spiel von Paul und Keltico ist schon fast ein Ritual geworden. Ich freue mich darüber um so mehr, da ich vergangene Woche für Paul leider eine unschöne Röntgendiagnose erhalten habe.

Krongelenksarthrose auf beiden Beinen und Schale rechtsseitig. Für ein gerade vierjähriges Pferde kein schöner Befund. Paul hat an beiden Beinen unterhalb der Fesselgelenke deutliche Narben, ob diese von Fesselungen oder von einem Unfall mit einem Zaun herkommen, lässt sich nicht sagen. Die Verletzung, die dem vorangegangen ist, ist aber wahrscheinlich der Auslöser für den Befund. Was genau war, werde ich aber vermutlich nie genau herausbekommen.

Paul bekommt nun gesunde Kräuter (Brennnessel, Ingwer, Hagebutten, Jiaogulan)PaulPau, Schüsslersalze und ein hochkonzentriertes Mittel aus Glucosaminen, Hyaluronsäure und Chondroitin. Zusätzlich äußerlich eine Einreibung mit einer Salbe aus Beinwell, Johanniskraut- und Ingweröl sowie Angelikawurzel. Und meine Huforthpädin tut außerdem ihr Bestes, damit auch die Hufe wieder normal aussehen und entsprechend des Befundes bearbeitet werden.

Ich hoffe, dass Paul so lange lahmfrei bleibt wie möglich. Er darf sich weiter auf seiner Koppel 24 h frei bewegen. Und ich gehe mit ihm hauptsächlich gerade aus, versuche Wendungen zu vermeiden und werde mir nun einige “Kopfaufgaben” einfallen lassen, damit er dennoch eine Aufgabe hat und etwas lernt.

Heute haben wir schon mal Teppich ausrollen, Gymnastikball verfolgen und unter einem Regenschirm spazieren gehen in der Halle geübt.

Paul darf so lange “bleiben” wie es ihm gut geht. Und jeder Tag ist ein Geschenk, denn keiner weiß und kann mir sagen, ob er Wochen, Monate oder noch Jahre hat. Ich werde auf alle Fälle versuchen ihm so viel Zeit wie möglich zu schenken und mit viel Glück lässt sich der Zustand zumindest stabilisieren.

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Sox und Gorm: Was beide voneinander lernen können

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Sox und Gorm heute Nachmittag bei der gemeinsamen Fellpflege. Dabei ist deren Verhältnis eher ambivalent.

Als Gorm neu in die Herde kam vor knapp einem Jahr, musste Sox seinen Platz als Herdenchef räumen. Und hat seitdem stets sehr viel Respekt vor Gorm, hält lieber Abstand, überreagiert zum Teil.

Gorm hingegen ist zwar Chef der 5er Herde, aber außerhalb davon, sobald er die Koppel verlässt ein kleiner Angsthase. Insbesondere, wenn ich darauf bestehe nicht vorneweg zu laufen, sondern er sich das schön selber anschauen soll.

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal mit beiden gleichzeitig gearbeitet und zwar ganz bewusst. Sox soll lernen, dass Gorm zwar Chef ist, er aber sehr wohl (zumindest in meiner Anwesenheit ) neben im stehen kann und man gemeinsam Seite an Seite Runden um den Reitplatz drehen kann. Immerhin möchte ich Gorm gerne bald als Handpferd mit ins Gelände nehmen.

Und Gorm soll sich im Gegenzug mehr im Gelände entspannen können, mutiger werden mit Hilfe von Sox, den nicht wirklich was erschreckt.

Dazu dürfen die beiden Jungs jetzt erstmal zusammen spazieren gehen. Und haben das beim ersten Mal vor ein paar Tagen auch sehr gut gemacht miteinander.
 
Heute nachmittag habe ich mich dann sehr gefreut, die beiden so gemeinsam zu sehen.
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Beinwellwurzel-Kraft für gesunde Pferdebeine

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WURZELKRAFT

Gestern habe ich diese riesige Wurzel einer BEINWELL Pflanze ausgegraben. BEINWELL kennen die meisten auch als Symphytum sowie als Kytta Salbe, die man in der Apotheke kaufen kann.

Aus der Wurzel kann man selber eine Salbe herstellen, die für Mensch und Pferd bei Knochenproblemen und Verspannungen eingesetzt werden kann.

Dazu wird die Wurzel gereinigt und in kleine Stücke geschnitten. Mit Oliven-oder Sesamöl bedecken und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb abseihen und 10% der Ölmenge (am Anfang abmessen) an Bienenwachs (bekommt ihr in der Apotheke) dazu geben. Rühren bis das Wachs geschmolzen ist. In Salbendosen abfüllen und kühl werden lassen. Im Kühlschrank ca. 1 Jahr haltbar.

Beinwell kann man auch als Kataplasma äußerlich auftragen.

Ich werde noch mein selbstgemachtes Johanniskrautöl hinzugeben, Angelikawurzel und Ingweröl, um u.a. zusätzlich die Durchblutung anzuregen, da Paul an Arthrose leidet und ich ihm  gerne von “außen” etwas gutes tun möchte.

Das “Wurzel ziehen” ist übrigens immer eine ganz besondere Art des Heilpflanzen-Sammelns. Nicht jede Wurzel will aus der Erde und so wähle ich stets mit Bedacht einige wenige Pflanzen bzw. beim Beinwell reicht eine Wurzel für den Eigenbedarf vollkommen aus.

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Heilsame Eiche

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Dieses wunderschöne Exemplar steht an einem kleinen Hang am Ufer der Gejlå, einem kleinen Wasserlauf in Sønderjylland, Dänemark, auf einer Koppel die “Unter den Eichen” heißt.

Das ursprüngliche Wort für Eiche „Duir“ stammt hat einen keltischen Ursprung. Wörter wie „Tür“ oder „Tor“ gehen darauf zurück. Seit jeher steht die Eiche für Kraft, Stärke und Ausdauer. Das beweist auch das Lebensalter, welches Eichen erreichen können: 800 Jahre sind keine Seltenheit.

Die Eiche ist sehr reich an Gerbstoffen, vor allem die (junge) Rinde und die Blätter. Gerbstoffe wirken zusammenziehend (gut bei Durchfallerkrankungen), entzündungshemmend und schleimhautprotektiv. Angewandt wird die Eichenrinde u.a. zum Stillen von Blutungen und bei Hauterkrankungen. Strahlfäule beim Pferd lässt sich zum Beispiel mit einem Streupulver aus Eichenrinde behandeln oder es werden Abkochungen für schlecht heilende Wunden eingesetzt.

In der Bachblütentherapie wird diese Essenz verwendet für „Kämpfernaturen“, die niemals aufgeben und dabei nicht wissen, wann sie aufgeben müssen. Oak hilft Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Bei Pferden kommt diese Bachblüte zum Einsatz bei erschöpften, überforderten Pferden, die nur noch „funktionieren“, bei belastenden Situationen oder zur Unterstützung bei chronischen Krankheiten.

Eine wichtige Frage bleibt natürlich im Herbst! Dürfen Pferde Eicheln fressen?

Leider wird oft behauptet, dass Eicheln Blausäure enthalten. Das stimmt definitiv nicht. In Übermengen verzehrt schlägt ihre positive Wirkung, die auf die Gerbstoffe zurückzuführen sind, allerdings ins Gegenteil um und führt dann zu Verstopfungen und Magenschleimhautentzündungen. Wir sprechen dabei von Mengen ab 500 g.

Wenn eure Pferde also hin und wieder ein paar Eicheln knuspern, dann ist alles in Ordnung, vor allem solange anderes Futter ausreichend zur Verfügung steht. Wenn zu viele herum liegen, dann kann man die Eicheln am Besten einsammeln, gut trocknen und im Ofen rösten. Im Frühjahr nach Bedarf zum Futter geben, um Kotwasser und Durchfall zu vermeiden.

…und zu guter Letzt: Dieses Prachtexemplar ist ungefähr 272 Jahre alt und steht somit seit ca.1744 an Ort und Stelle!

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Paul, die Zeit & ich

Ein wahrer Glücksmoment: Paul und ich im Garten auf Grynmølle!

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Momentan geht alles langsamer. Das Virus lässt mich immer noch nicht ganz los (das sind nun schon ganze 4 Wochen). Somit muss ich gerade lernen, dass alles nicht seinen Lauf geht wie sonst. Ich brauche viele Pausen, muss mehr auf mich achten, damit meine Energie den ganzen Tag reicht. An ein normales Arbeitspensum ist nicht zu denken.

Meine Pferde haben viel frei gehabt die letzten Wochen. Nun schaffe ich mittlerweile wieder den Weg auf die Koppel und kann kleine Dinge gemeinsam mit ihnen tun. Oft ist es nur „Wellness“ Programm, eine Mini-Mini-Runde bis zum Waldrand oder eben in den Garten vor ein paar Tagen. Und mein Paul ist ein großartiger Lehrmeister, was das Thema Zeit anbelangt, was er mir heute bewiesen hat:

Seit seiner Ankunft habe ich ihn oft einfach nur geholt, geputzt und bin spazieren gegangen, nachdem ich gemerkt habe wie sehr es ihn stresst in der Halle oder auf dem Platz zu „arbeiten“, selbst wenn ich nur kleine Dinge wollte. Ganz schnell hat er auf Angriff geschaltet, scharrte viel, legte Ohren an und zeigte mir mit seiner Körperhaltung wie sehr er nicht mitarbeiten möchte. Ich bin sehr froh, dass ich keinen Druck aufgebaut habe, sondern mich entschieden habe Paul die Zeit zu geben, die er braucht.

Und heute….

Konnte ich in der Halle auf einmal kleine Dinge „erfragen“ und bekam gute „Antworten“: neben mir und um mich herumlaufe, willig mit der Hinterhand zu mir kommen und ein paar erste Schritte in Richtung Schulterherein – alles ohne Ohren anlegen, drängeln, steigen.

Es ist so schön zu sehen, wie Zeit helfen kann, dass Pferde mit einer Vergangenheit wieder Vertrauen aufbauen können, indem man einfach nochmal von vorne anfängt.

Ich glaube wir sind gemeinsam auf einem guten Weg!

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