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Pferdeumzug nach Lykkehestegaard

Heute ging es für Sox, Storch, Gorm und Paul in ihr neues zu Hause, knapp 200 m von Grynmølle entfernt und natürlich fanden sie es super aufregend.

Ungefähr 3 ha Land habe ich gepachtet, die letzten Wochen eingezäunt, mir vorher überlegt wie ich möglichst weite Wege schaffe und was ich an Material brauche. Fress- und Schlafplatz/Unterstand sind räumlich getrennt, die Wasserstelle und Fressplatz ebenfalls relativ weit auseinander, die Sommerstücke hoffentlich sinnvoll abgesteckt.

Aus Mangel an natürlichem Baumbestand auf der Koppel selbst gibt es zudem einen Kratzpfosten, der noch Bürsten bekommt. Und es gibt eine “Schleuse”, um ein Pferd separieren zu können zum Beispiel für Extra Futtergaben und um zu vermeiden, dass mir aus Versehen eins entwischt beim Rausholen. Eine Kräuter- und Mineralstoffecke ist auch in Planung. Für mich ist das alles sehr aufregend und spannend, da ich viele Jahre immer anderen mitgeholfen habe bei Zaunbau, Weideplanung usw. Wenn man dann alles selber entscheiden darf für sich und die Pferde, fühlt es sich auf einmal ganz anders an. Auf jeden Fall bin ich gespannt wie meine vier Jungs sich einleben werden, was der Sommer bringt, ob das Gras reicht und wie der nächste Winter werden wird.

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Knabberspaß – Bäume & Sträucher fürs Pferd

KNABBERSPASS!!

Nachdem meine vier Jungs derzeit keinen natürlichen Zugang zu Bäumen und Sträuchern haben, gab es heute nachmittag eine kleine Ergänzung zum “normalen” Speiseplan.

Von den “Südländern” zunächst skeptisch beäugt, waren sich Sox und Gorm sofort einig, dass meine mitgebrachten Zweige lecker sind und man sich damit auch hervorragend beschäftigen kann. Storch kam später auch noch auf den Geschmack, Paul fand das Ganze eher seltsam und nicht essenswert und war eher an mir und meinem Handy interessiert. 

Heute gab es Eiche & Weide (und nein, Eichenzweige sind nicht giftig, obwohl sich dieser Mythos immer noch hält). Aber auch Schwarzerle, Pappel, Weißdorn, Esche, Hunds- oder Heckenrose können u.a. gut verfüttert werden.

Gerade beim Ausreiten oder Spazieren gehen mit den Pferden bemerke ich oft wie sie sich je nach Jahreszeit ganz gezielt verschiedene Bäume oder Sträucher aussuchen. Deshalb finde ich es wichtig den Pferden diese “Knabbereien” anzubieten, wenn sie keinen freien Zugang dazu haben.

Wer sich dafür interessiert, welches “Knabberholz” dafür in Frage kommt, der kann sich unter den folgenden zwei Links ein wenig schlau machen.

https://www.atm.de/…/pferdeweide-baeume-und-straeucher-fuer…

http://www.artgerecht-tier.de/…/wildpferde-als-futterberate…

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Gebisskunde & Zügelführung

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Am Samstag, den 04.02.2017 findet an der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg (www.hofreitschule.de) ab 10 Uhr ein spannendes Tagesseminar zum Thema: Gebisskunde, Zügelhilfen & Wege zur einhändigen Zügelführung  statt. Gastreferent ist Karl-Friedrich von Holleuffer-Kypke, der anschaulich an Messgeräten demonstrieren wird wie fein unsere Zügelhilfen wirklich sind.

Im Seminar geht es um die Wirkungsweisen von Gebissen wie einfach und doppelt gebrochenen Wassertrensen, Bauchergebissen, Stangengebissen, Bosals, Kappzäumen usw..

Anhand vieler verschiedener Pferde vor Ort wird anschaulich gezeigt wie abhängig von der Zäumung die Zügelhilfen am optimalsten aussehen sollten. Direktorin Christin Krischke, Hofreitmeister Wolfgang Krischke und das Team der Hofbereiter vermitteln einen ganzen Tag lang sehr fundiert Wissen zu diesem interessanten Thema.

Mehr Infos zum Inhalt des Seminar in der kompletten Beschreibung!

Anmelden kann man sich hier und ich kann einen Besuch sehr empfehlen! Ein Thema zu dem man , wie ich finde, nie auslernt!

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Zeitreise mit einem Aegidienberger

Nach dem das “Görmchen” schon über ein Jahr auf Grynmølle lebt, habe ich nun endlich Kontakt zu seiner Züchterin aufnehmen können.

Und so freue ich mich sehr, dass ich endlich Fotos habe von seiner Geburt an bis zu dem Zeitpunkt, wo Aegidienberger Teofilo vom Limbach (so sein richtiger Name) seine Reise nach Dänemark angetreten hat. Danke Brigitte Feige für die vielen Fotos von denen ich hier eine kleine Auswahl zeige.

Wer sich für Gangpferde interessiert, der kann auf der Internetseite von Brigitte vorbeischauen unter http://www.gangpferdezucht.com

 

Für mich sind die Bilder etwas ganz besonderes, auch wenn es für die Gegenwart eigentlich gar keine Rolle spielt. Dennoch, nun zu wissen und zu sehen wie mein “Görmchen” aufgewachsen ist, vervollständigt auf besondere Art und Weise mein Gefühl für dieses tolle Pferd. Es ist, als ob ich ihn nun “ganz sehen” und verstehen kann.

Und ich finde auch als Fohlen und Jungpferd war er schon sehr bezaubernd!

Vielleicht kann er ja nun auch seinen alten Namen zurückbekommen. Denn auf den Fotos ist Gorm ganz Teo, finde ich!

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

JEDEM ANFANG WOHNT EIN ZAUBER INNE. (Hermann Hesse)

So lässt es sich nicht nur wunderbar ins neue Jahr starten – dieses Gefühl ist auch stets gegenwärtig, wenn die Zeit gekommen ist, dass man als Reiter auf dem Rücken seines jungen Pferdes Platz nehmen darf.

Meinen PRE Wallach Storch hatte ich im Frühjahr beigebracht an der Aufsteigehilfe zu stehen, Sattel-und Zaumzeug zu tragen und wir haben auch das Aufsteigen geübt.

Den Sommer über hatte er “Pause”. Wir haben andere Dinge geübt und gefestigt und gemeinsam entdeckt wie viel Freude es macht frei zu arbeiten. Zudem hat Storch über den Sommer einen ordentlichen Entwicklungsschub gemacht, so dass er nun wirklich Form bekommen hat und tatsächlich “Pferd” wird mit knapp 6 Jahren und auch mental gereift ist, so dass die Entscheidung ihm die Zeit zu geben, die er gebraucht hat (und braucht) genau richtig war.

Nun fand ich, dass es eine gute Zeit ist, um mit dem Anreiten weiter zu machen:

Das parken am Hocker und das Aufsteigen hatte Storch natürlich nicht vergessen. Schwierig hingegen ist es für Storch im Schritt loszulaufen und dabei weder einen Kreis zu gehen noch rückwärts zu starten (obwohl wir das vom Boden gut geübt hatten mit den enstprechenden Stimmkommandos und mir auf “Reiterposition” am Boden).

Von daher gab es die ersten paar Mal Starthilfe: einem Menschen hinterherzugehen (wie auf dem Video zu sehen ist) machte die Sache für Storch (und mich) sehr viel einfacher. Heute nachmittag ging es dann schon ganz ohne fremde Hilfe viel besser.

Und auch das Lenken (wie man auf dem Video auch hört) klappt in der großen Reithalle natürlich nur bedingt, macht aber von mal zu mal ebenfalls Fortschritte.

Natürlich ist gerade am Anfang alles gar nicht so perfekt, aber jeder Anfang mit einem Jungpferd ist immer eine recht wackelige Angelegenheit – und auch für mich immer wieder eine spannende Herausforderung, da einfach jedes Pferd anders ist und dennoch bestimmte “Abläufe” gleich sind.

Und jedes Mal freue ich mich so sehr wie bemüht und lerneifrig mein “Storchenkind” ist, der einfach so aufblüht, wenn er gelobt und motiviert wird. Dabei ist er mittlerweile so mutig und unerschrocken geworden, dass ich sicher bin, dass wir auf dem richtigen Weg sind und ich gespannt bin wie es weitergeht.

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Blutegel Therapie bei Arthrose

 

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Gestern war Tierheilpraktikerin Manja Benedict bei mir zu Besuch, um Paul Blutegel anzusetzen.

Auch wenn mir aus schulmedizinischer Sicht gesagt wurde, dass es keinen Sinn macht die Arthrose zu behandeln, versuche ich es dennoch mit alternativen Heilmethoden – dieses Pferd hat soviel Lebenswillen und Energie, dass ich ihn soweit es möglich ist unterstützen möchte.

Sowohl die Kräuter als auch die orale Gabe eines hochkonzentrierten Hyaluronpräparates helfen ihm sehr gut, ebenso wie die Entscheidung ihn weiter in der Herde laufen zu lassen, damit er ausreichend Bewegung erhält.

Dennoch hatten die kalten Tage und insbesondere der harte gefrorene Boden ihm ordentlich zu schaffen gemacht. Damit er gut durch die kalte und nasse Jahreszeit kommt, wollte ich ihm nun die Blutegelbehandlung “gönnen”.

Danke Manja für deine Geduld (und deine tolle Beratung) mit meinem doch recht zappeligen Paul, der auf Grund seiner Narben jede Berührung an den Beinen besonders unbehaglich empfindet. Es war für mich ganz spannend zu sehen wie diese kleinen Tierchen ihren Job machen und wie Paul dann doch gut 1,5 Stunden (fast) ganz still stand.

Nächste Woche gibt es einen Folgetermin auf den ich mich schon freue. Ich bin sehr gespannt, ob und was sich verändern wird. Gestern war Paul nach der Behandlung auf jeden Fall tiefen entspannt und er fühlte sich sehr locker und gelöst an als ich ihn zurück auf die Koppel gebracht habe.

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Don´t worry, be happy!

Das tägliche Spiel von Paul und Keltico ist schon fast ein Ritual geworden. Ich freue mich darüber um so mehr, da ich vergangene Woche für Paul leider eine unschöne Röntgendiagnose erhalten habe.

Krongelenksarthrose auf beiden Beinen und Schale rechtsseitig. Für ein gerade vierjähriges Pferde kein schöner Befund. Paul hat an beiden Beinen unterhalb der Fesselgelenke deutliche Narben, ob diese von Fesselungen oder von einem Unfall mit einem Zaun herkommen, lässt sich nicht sagen. Die Verletzung, die dem vorangegangen ist, ist aber wahrscheinlich der Auslöser für den Befund. Was genau war, werde ich aber vermutlich nie genau herausbekommen.

Paul bekommt nun gesunde Kräuter (Brennnessel, Ingwer, Hagebutten, Jiaogulan)PaulPau, Schüsslersalze und ein hochkonzentriertes Mittel aus Glucosaminen, Hyaluronsäure und Chondroitin. Zusätzlich äußerlich eine Einreibung mit einer Salbe aus Beinwell, Johanniskraut- und Ingweröl sowie Angelikawurzel. Und meine Huforthpädin tut außerdem ihr Bestes, damit auch die Hufe wieder normal aussehen und entsprechend des Befundes bearbeitet werden.

Ich hoffe, dass Paul so lange lahmfrei bleibt wie möglich. Er darf sich weiter auf seiner Koppel 24 h frei bewegen. Und ich gehe mit ihm hauptsächlich gerade aus, versuche Wendungen zu vermeiden und werde mir nun einige “Kopfaufgaben” einfallen lassen, damit er dennoch eine Aufgabe hat und etwas lernt.

Heute haben wir schon mal Teppich ausrollen, Gymnastikball verfolgen und unter einem Regenschirm spazieren gehen in der Halle geübt.

Paul darf so lange “bleiben” wie es ihm gut geht. Und jeder Tag ist ein Geschenk, denn keiner weiß und kann mir sagen, ob er Wochen, Monate oder noch Jahre hat. Ich werde auf alle Fälle versuchen ihm so viel Zeit wie möglich zu schenken und mit viel Glück lässt sich der Zustand zumindest stabilisieren.

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Sox und Gorm: Was beide voneinander lernen können

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Sox und Gorm heute Nachmittag bei der gemeinsamen Fellpflege. Dabei ist deren Verhältnis eher ambivalent.

Als Gorm neu in die Herde kam vor knapp einem Jahr, musste Sox seinen Platz als Herdenchef räumen. Und hat seitdem stets sehr viel Respekt vor Gorm, hält lieber Abstand, überreagiert zum Teil.

Gorm hingegen ist zwar Chef der 5er Herde, aber außerhalb davon, sobald er die Koppel verlässt ein kleiner Angsthase. Insbesondere, wenn ich darauf bestehe nicht vorneweg zu laufen, sondern er sich das schön selber anschauen soll.

Letzte Woche habe ich zum ersten Mal mit beiden gleichzeitig gearbeitet und zwar ganz bewusst. Sox soll lernen, dass Gorm zwar Chef ist, er aber sehr wohl (zumindest in meiner Anwesenheit ) neben im stehen kann und man gemeinsam Seite an Seite Runden um den Reitplatz drehen kann. Immerhin möchte ich Gorm gerne bald als Handpferd mit ins Gelände nehmen.

Und Gorm soll sich im Gegenzug mehr im Gelände entspannen können, mutiger werden mit Hilfe von Sox, den nicht wirklich was erschreckt.

Dazu dürfen die beiden Jungs jetzt erstmal zusammen spazieren gehen. Und haben das beim ersten Mal vor ein paar Tagen auch sehr gut gemacht miteinander.
 
Heute nachmittag habe ich mich dann sehr gefreut, die beiden so gemeinsam zu sehen.
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Beinwellwurzel-Kraft für gesunde Pferdebeine

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WURZELKRAFT

Gestern habe ich diese riesige Wurzel einer BEINWELL Pflanze ausgegraben. BEINWELL kennen die meisten auch als Symphytum sowie als Kytta Salbe, die man in der Apotheke kaufen kann.

Aus der Wurzel kann man selber eine Salbe herstellen, die für Mensch und Pferd bei Knochenproblemen und Verspannungen eingesetzt werden kann.

Dazu wird die Wurzel gereinigt und in kleine Stücke geschnitten. Mit Oliven-oder Sesamöl bedecken und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Durch ein Sieb abseihen und 10% der Ölmenge (am Anfang abmessen) an Bienenwachs (bekommt ihr in der Apotheke) dazu geben. Rühren bis das Wachs geschmolzen ist. In Salbendosen abfüllen und kühl werden lassen. Im Kühlschrank ca. 1 Jahr haltbar.

Beinwell kann man auch als Kataplasma äußerlich auftragen.

Ich werde noch mein selbstgemachtes Johanniskrautöl hinzugeben, Angelikawurzel und Ingweröl, um u.a. zusätzlich die Durchblutung anzuregen, da Paul an Arthrose leidet und ich ihm  gerne von “außen” etwas gutes tun möchte.

Das “Wurzel ziehen” ist übrigens immer eine ganz besondere Art des Heilpflanzen-Sammelns. Nicht jede Wurzel will aus der Erde und so wähle ich stets mit Bedacht einige wenige Pflanzen bzw. beim Beinwell reicht eine Wurzel für den Eigenbedarf vollkommen aus.

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Heilsame Eiche

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Dieses wunderschöne Exemplar steht an einem kleinen Hang am Ufer der Gejlå, einem kleinen Wasserlauf in Sønderjylland, Dänemark, auf einer Koppel die “Unter den Eichen” heißt.

Das ursprüngliche Wort für Eiche „Duir“ stammt hat einen keltischen Ursprung. Wörter wie „Tür“ oder „Tor“ gehen darauf zurück. Seit jeher steht die Eiche für Kraft, Stärke und Ausdauer. Das beweist auch das Lebensalter, welches Eichen erreichen können: 800 Jahre sind keine Seltenheit.

Die Eiche ist sehr reich an Gerbstoffen, vor allem die (junge) Rinde und die Blätter. Gerbstoffe wirken zusammenziehend (gut bei Durchfallerkrankungen), entzündungshemmend und schleimhautprotektiv. Angewandt wird die Eichenrinde u.a. zum Stillen von Blutungen und bei Hauterkrankungen. Strahlfäule beim Pferd lässt sich zum Beispiel mit einem Streupulver aus Eichenrinde behandeln oder es werden Abkochungen für schlecht heilende Wunden eingesetzt.

In der Bachblütentherapie wird diese Essenz verwendet für „Kämpfernaturen“, die niemals aufgeben und dabei nicht wissen, wann sie aufgeben müssen. Oak hilft Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Bei Pferden kommt diese Bachblüte zum Einsatz bei erschöpften, überforderten Pferden, die nur noch „funktionieren“, bei belastenden Situationen oder zur Unterstützung bei chronischen Krankheiten.

Eine wichtige Frage bleibt natürlich im Herbst! Dürfen Pferde Eicheln fressen?

Leider wird oft behauptet, dass Eicheln Blausäure enthalten. Das stimmt definitiv nicht. In Übermengen verzehrt schlägt ihre positive Wirkung, die auf die Gerbstoffe zurückzuführen sind, allerdings ins Gegenteil um und führt dann zu Verstopfungen und Magenschleimhautentzündungen. Wir sprechen dabei von Mengen ab 500 g.

Wenn eure Pferde also hin und wieder ein paar Eicheln knuspern, dann ist alles in Ordnung, vor allem solange anderes Futter ausreichend zur Verfügung steht. Wenn zu viele herum liegen, dann kann man die Eicheln am Besten einsammeln, gut trocknen und im Ofen rösten. Im Frühjahr nach Bedarf zum Futter geben, um Kotwasser und Durchfall zu vermeiden.

…und zu guter Letzt: Dieses Prachtexemplar ist ungefähr 272 Jahre alt und steht somit seit ca.1744 an Ort und Stelle!